Licht ins Dunkel – eine Farce!
25. Januar 2010 | Von Andy | Kategorie: MedienEs gibt da ein paar Gruppen auf Facebook, die LID alias “Licht ins Dunkel” in Frage stellen, eine davon hat den Titel “Nachbar in Not? – Seit wann grenzt Haiti an Österreich an!!!” Nun ist das nicht die einzige Gruppe, es gibt auch welche von offenbar Betroffenen, hier eine der Beschreibungen:
Ich finde, dass mit der ORF-Kampagne “Licht ins Dunkel” Mitleid auf Kosten behinderter Menschen erzeugt wird um Geld zu machen… Das ist gegen die Würde von uns Behinderten. Wir wollen keine Almosen sondern rechtlich gesicherte Unterstützung.
Gruppenlink: Beendet “Licht ins Dunkel”
Ich will aber auf erstere Gruppe zurück.
So erschreckend das Beben von Haiti auch ist, aber warum wird “Nachbar in Not” neu ins Leben gerufen?
Vielleicht bin ich einfach nur geografisch nicht auf dem neuesten Stand?!
Ich persönlich betrachte es als Augenauswischerei!
Es handelt sich bei dieser Gruppe aber nicht um eine Verschmähung der Opfer sondern um die Feststellung, daß hier wiederum Schindluder mit dem braven Bürger getrieben wird!
Ich bin der Meinung, daß hier der Name Nachbarschaftshilfe mißbraucht wird um dubiose Spendenkonten zu füllen!
Natürlich ist das Entsetzen gross bei den netten Menschen, die ich so gerne Bonisten nenne, dass sich jemand überhaupt erdreisten kann, so eine Gruppe zu gründen. Und natürlich brüstet sich der ORF, mittlerweile 1, 2, 3 oder 4 Millionen Euro an Spenden eingenommen zu haben. Das Argument, es hätte genausogut die Kontonummer einer anderen caritativen Organisation eingeblendet werden können, zB. der Caritas, zieht nicht. LID nimmt sich schon derart wichtig, dass es das scheinbar in der Bevölkerung auch ist. Keine Frage, durch die teiweise schon penetrante Werbung für LID spenden die Menschen mehr als ohne diese. Und auch wenn das Geld an die echten NGOs weitergeleitet wird, hat man sich doch einen riesigen Vorteil den Privaten TV-Sendern gegenüber geschaffen – die könnten noch soviele Aufrufe starten, LID ist allgegenwärtig. Nichtzuletzt deshalb, weil der ORF Mehrheitseigentümer der APA ist, die fast alle grossen Medien im Land füttert.
Das ist aber noch immer nicht die echte Sauerei, das ist praktisch gesehen bloss ein wenig unmoralisch. Die echte Sauerei ist, dass der ganze Schmonzes weit mehr kostet, als er einspielt! Niemand, aber auch gar niemand beim ORF arbeitet ehrenamtlich für LID oder jetzt im Speziellen für Haiti, und wenn doch, würde ich das gerne wissen – es würde mich sehr wundern. Ich hatte selbst das Vergnügen, als Kameramann am Küniglberg die Gschicht mit den Promis am Telefon zu filmen, das alljährliche Peter Rapp-Special kurz VOR Weihnachten. Dafür gibts dann so zwischen 200 und 500€, je nachdem, ob man selbst eine Kamera hat oder sie zumieten muss. Wohlgemerkt: Pro Kameramann/4- 8 Stunden! Auch die Kameraassistenten bekommen Geld, eigentlcih jeder, der daran mitarbeitet. Natürlich ist man nicht so blöd, auf diese Rechnung zu verzichten, man ist ja ein paar Stunden unterwegs, und man hat ja so seine Unkosten. Ich glaube auch nicht, dass ausser den Bundesheerlern oder den mittlerweile herangezüchteten “Team-Austria” Typen, die die meiste Arbeit am Telefon haben, jemand unentgeltlich arbeitet von den ORFlern….(B,C und D-Promis natürlich ausgenommen, die machen das fürs Image).
Bis hierher wäre das ja auch noch ganz ok, wenns denn ein privatwirtschaftlich geführter Sender wäre. Allerdings wirds schmutzig, wenn man bedenkt, dass der ORF seit 1996 die Privaten nicht hochkommen lassen will, ihnen die Werbekunden abwirbt, durch Gebühren einen sicheren Polster hat, und so nebenbei auch noch im Jahr 2009 knapp 160!!! Millionen Euro zusätzlich vom Steuerzahler bekommen hat, weil dort niemand mehr die Kosten im Auge hat! Was sind dagegen 1, 2, 3 oder 4 Millionen Euro Spendengelder für Haiti, die eventuell sogar wirklich weitergeleitet werden? Spendets doch einfach ein- für allemal an den ORF und lasst ihn dann frei
Das ganze ist eine Farce, die auch mal angesprochen werden sollte, was ich hiermit getan habe…..
Weitere Artikel:

Interessant wäre zu wissen, welcher Centbetrag durchschnittlich pro gespendeten Euro wirklich ankommt. Gibt es dazu irgendwelche Erkenntnisse? Ebenfalls interessant wäre zu wissen, wer bei Spendenaktion den größten finanziellen Nutzen hat.
Darum gehts mir gar nicht, sondern darum, dass Puls4 oder A9 mit 160 Mille pro Jahr extra vermutlich 100 davon spenden könnten
mein, ca. 1 Woche alter Beitrag aus ‘nem Forum zum Thema:
Nichts gegen den sozialen Gedanken!
Spenden für ärmere, Bewusstsein und Gewissen diesbezüglich, dass es uns allen verhältnismäßig irrsinnig gut geht, … sind seht gut!
Aber: überlegt euch bitte eines: Wo fließen diee Spenden hin und wem nützt das gespendete Geld?
Da gibts eine Organisation, die nennt sich “Nachbar in Not” und existiert seit den frühen 1990ern. Damals wurde sie gegründet um Spenden zu Sammeln für Opfer des Jugoslawischen Bürgerkriegs. Auch im weiteren Verlauf gab es immer wieder sog. Balkankrisen. Wenn solche auftraten wurde “Nachbar in Not” aktiv.
Was habt ihr in der letzten Zeit von “Nachbar in Not” gehört? — Tsunami 2004, nun Haiti… der Name triffts nicht wirklich. Sinn für Österreich im Sinne der Verhinderung einer größeren Flüchtlingswelle (wie damals in den 90ern) gibts keinen. Warum also wird “Nachbar in Not” aktiv? — Um sich selbst zu erhalten. Und da stinkt der Fisch. Diese Organisation ist “non-Profit” und angeblich wohltätig. Hat aber genügend Geld Werbespots im ORF zu schalten … selbige Überlegung gilt für “Licht ins Dunkel” (die sich sogar Stars engagieren…), die Caritas und viele andere dieser großen Vereine.
“non-Profit” kann leicht eingehalten werden bei diesen Ausgaben. Dafür kommt verhältnismäßig wenig vin dem gespendeten Geld bei den Bedürftigen an. Und ganz ehrlich: Haiti ist ein Problem der internationalen Staatengemeinschaft…
Spenden: ich bin dafür! Aber überlegt euch wofür! Bevor ich 60% meiner Spende in TV-Spots, Verwaltung und dergleichen aufgehen sehe Spende ich lieber für die Brunnenbau und Bildungsmission eines nahegelegenen Klosters oder dem Hilfsverband der lokalen Donauschwaben. Da kenn ich immerhin die Leute, die meine Spende überbringen bzw. kann nachfragen wie sie eingesetzt wurde und die geleistete Arbeit ist im Gegensatz zu den großen Vereinen größtenteils ehrenamtlich, sodass der Wert der Spende ans Ziel kommt!
MfG
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Also: Danke für den Blogeintrag, Andy!
Ob sich das mit den angeblichen 6,9 Mio des Orf ausginge?
http://www.zeit.de/newsticker/2010/1/26/iptc-bdt-20100126-745-23672636xml
Auch passend, wenn auch nur indirekt:
http://news.yahoo.com/s/ap/20100127/ap_on_bi_ge/lt_haiti_us_aid