Vorauseilender Gehorsam
17. Januar 2010 | Von Andy | Kategorie: PolitikDer Spruch “Es ist was faul im Staat!” wird ja ganz gerne von allen Fraktionen und deren Anhängern verwendet. Und mir wird gerne nachgesagt, dass ich ständig nur auf die Grünen hinhaue. Beides mag so aussehen und auch stimmen, letzteres liegt aber eigentlich nur daran, dass sich die Grünen durch ihre Diskussionskultur, vor allem im Netz, einfach am Besten dafür eignen. Die anderen Parteien haben dieses Medium schlicht und einfach noch gar nicht entdeckt, geschweige denn begriffen. Ob ein Faymann bei einer Agentur eine 1:1 Kopie der Website von Obama in Auftrag gibt, die BZÖ-Seite zum wiederholtenmale “gehackt” wird, obwohl das Passwort des Admins sogar im Quelltext steht, oder die ÖVP den “Superpraktikanten” sucht – das ist alles 1980er.
So gesehen würde ich ja am liebsten Grün wählen, weil sie sich dadurch ja auch als einzige weit aus dem Fenster lehnen. Das macht sympathisch. Aber auch angreifbar. Noch dazu, weil die Grünen so wenig homogen sind. Durchschaubar sind sie, keine Frage, aber nicht homogen im Sinne von einig. Und eine Partei, die alles und nichts vertritt, macht sich nicht nur lächerlich, sondern auch zur Zielscheibe. Und zwar auch für Menschen, die nichts gegen die Homoehe haben, nicht in jedem Zuwanderer einen Verbrecher sehen, und auch nichts gegen Frauen in allen Bereichen der Gesellschaft haben.
Aber auf diesen Tweet hat die Welt gewartet:
Meine erste Reaktion war:
Das klingt, als würden sich Chemiekonzerne über verseuchte Gewässer aufregen….
Das regt die Einen auf, die Anderen wissen gar nicht, wie ich das meine, vermutlich mischen sich die Einen und die Anderen einfach durch. Um denen, die jetzt nicht wissen, worum es in dem Tweet geht, auf die Sprünge zu helfen:
Weil sich seine Ehefrau von ihm trennen wollte und ihm im Oktober die Scheidungspapiere präsentierte, griff ein 46-jähriger Familienvater zu einem Messer und stach ihr damit über ein Dutzend Mal in Kopf, Brust und Hals. Danach attackierte er die lebensgefährlich Verletzte noch mit einem 50 Zentimeter langen Stahlrohr, ehe sich einer seiner Söhne dazwischen warf.
Und weiters:
Die Justiz billigte dem Täter zu, in einer “allgemein begreiflichen, heftigen Gemütsbewegung” gehandelt zu haben. “Gerade Ausländer oder Personen mit Migrationshintergrund befinden sich häufig in besonders schwierigen Lebenssituationen, die sich, auch begünstigt durch die Art ihrer Herkunft, in einem Affekt entladen kann”, hatte die Staatsanwaltschaft die Anklage begründet.
Quelle: Die Presse
Seltsam an der Sache ist ja nicht der Schöffenspruch, sondern die Anklage durch die Staatsanwaltschaft, die ja normalerweise eher die Höchststrafe verlangen sollte, aber in diesem Fall doch eher agierte wie der Verteidiger. Das ist den Grünen also einen Tweet wert, machen wir halt auf betroffen. Dass die SPÖ darin nur wieder eine Ungerechtigkeit gegenüber der Frau, aber nicht gegen den Rechtsstaat oder gegen den Gleichheitsgrundsatz sieht, zeigt dieses Zitat:
“Es ist unerträglich, wie die österreichische Justiz immer wieder schrecklichste Gewalttaten von Männern an Frauen, die sich von ihnen trennen wollen, verharmlost und die Opfer mit ihren Urteilen verhöhnt”, zeigte sich SP-Frauensprecherin Gisela Wurm in einer Aussendung empört. Mit der gegenständlichen Entscheidung suggeriere die Justiz “geradezu Verständnis, dass auf einen Trennungswillen der Frau eine Gewalttat des Mannes folgt”.
Dass Frauen aus dem gleichen “Kulturkreis” noch milder bestraft werden, sei nur durch dieses Beispiel belegt:
Eine Türkin, die im Frühjahr mit zwei Messern auf ihren Ex-Freund in der Tiefgarage losgegangen war, ist am Dienstag vom Innsbrucker Landesgericht zu 720 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Quelle: ORF.at
Man liest ja bei Gewaltverbrechen schon kaum mehr Namen der Täter wie Sepp, Fritz (ohne “L”), Michael oder Christian, stattdessen Mohamed, Mihailo und Mustafa (Name wurde aus dem Artikel mittlerweile entfernt, warum, ist mir ein Rätsel). Zu Mihailo findet sich aber ein nettes Detail:
Das beinahe tödliche Schussattentat auf den Polizisten in Ottakring – eine ganze Serie von Pannen hatte es dem Täter erst ermöglicht, auf freiem Fuß zu sein. Wie berichtet, entkam Mafia-Mitglied Mihailo Vasic kurz vor der Attacke der Polizei. Jetzt erfuhr die “Krone”: Ohne “Kuschelrichter” wäre er noch im Gefängnis.
………
“Bis zu fünf Jahre Haft wären möglich gewesen bei dieser Fülle an Delikten”, erklärt ein Insider aus Justiz-Kreisen. Der kuschelweiche Richter urteilte damals jedoch anders: Am 11. Juli 2009 erfolgte die Festnahme, am 10. November 2009 wurde Mihailo Vasic entlassen. Nach nur vier Monaten!
DAS nennt man dann “vorauseilenden Gehorsam”, denn man verbrennt sich nicht mehr gerne die Finger, indem man als Polizist, Staatsanwalt oder Richter einen Ausländer oder einen Österreicher mit “Migrationshintergrund” genauso hart bestraft wie die Inländer. Und die GrünINNEN wundert das?
Einer, der sich auskennen sollte bei den Grünen, was Asylmissbrauch, Ausländer bzw “Migrationshindergrund” etc. betrifft, ist Efgani Dönmez, der als Bundesrat und Mediator mit Migrationshintergrund wohl jedes Recht der Welt hätte, sich zum Beispiel zum Thema Erstaufnahmezentrum zu äussern. Hat er auch, allerdings nicht lange, denn der Text ist plötzlich weg, nach massiven Angriffen aus der eigenen Partei. Er hat sich erdreistet, den Vorschlag von Fekter fürs erste gar nicht so unbedingt als schlecht zu deklarieren, und hat das sogar begründet. Mut zahlt sich eben bei den Grünen nicht so sehr aus wie anderswo. Apropos Mut und Grüne: Grade, als ich anfangen wollte, diesen Artikel zu schreiben, wurde ich überrascht von der Meldung, dass Christian Schreiter bei der Burgenlandwahl kandidiert. Über Schreiter und Dönmez habe ich vor langer Zeit schon hier geschrieben.
Seine Kandidatur erklärt er hier so:
Für Platz 1 hat sich – als Wunschkandidat der Partei – Michel Reimon beworben und ich halte ihn, obwohl wir ideologisch vermutlich diametral auseinander liegen, für einen guten Spitzenkandidaten. Ich hätte daher gerne auf Platz 3 kandidiert, was mir aber aufgrund eines positiv frauendiskriminierenden Wahlrechts nicht möglich ist. Ist der Spitzenkandidat ein Mann, kann erst der vierte Platz wieder von einem Mann eingenommen werden. Also beanspruche ich gerne diesen Platz.
Auf Nachfrage wurde mir erklärt, dass auch bei einer Frau an erster Stelle Platz 3 eine Frau einnehmen würde, er also sowieso nur auf 4 kandidieren kann, solange ein anderer Mann vor ihm kandidiert. Irgendwann wundern sich diese Quotenemanzen dann, warum sich die arbeitenden Männer dann doch lieber wieder die Frauen aus Thailand importieren. Oder sie wundern sich, warum Strache mehr Stimmen einfährt als ihre tolle Frontfrau. Egal, für mich ist diese Partei nicht nur ein Chaotenhaufen, wie andere Parteien auch, sondern ein ChaotINNENhaufen! Bei einem Wahlergebnis im 10% Bereich und einer Demografie von knapp 51% Frauen und 49% Männern sollte es doch langsam der dümmsten Führerin auffallen, dass ca. 95% der Frauen das alles nicht gutheissen, egal, bei welcher Wahlbeteiligung. Aber das Wort “Führer” ist ja auch gegendert ein massives Problem bei den GrünINNEN.
Interessant in diesem Zusammenhang ist dann noch, dass bei den Grünen auch noch die meisten Schwulen und Lesben sind, was ich ja befürworte. Sie kämpfen auch für die gleichgeschlechtliche Ehe, was ich auch unterstütze. Was, wenn jetzt auf Platz 1+3 ein lesbisches Ehepaar kandidiert? Muss Schreiter dann auch auf 4 antreten? Oder zählt da jetzt Geschlecht mehr als Neigung? Was, wenn zwei Schwule antreten? Kriegen die dann 1+2 vor Heteros? Was war da eigentlich bei der EU-Wahl unlängst der Hintergrund?
Solange aber die Damen aus der Parteibasis in der Provinz solche Statusmeldungen schreiben, fühlen sich die Damen allesamt im Recht:
Dein Christus ist ein Jude Dein Auto ein Japaner Deine Pizza italienisch Deine Demokratie griechisch Dein Kaffee brasilianisch Dein Urlaub türkisch Deine Zahlen arabisch Deine Schrift lateinisch Und dein Nachbar nur ein Ausländer…
Dass ich unter anderem 1996 aus Wien weggezogen bin wegen der zunehmenden Kriminalisierung meiner Umgebung, werde ich denen nicht so schnell erklären können. Dass sie mich in Wels mittlerweile eingeholt hat, wird der Dame aus dem Dorf (und das ist der Ort für mich als Ex-Wiener) naturgemäss auch wurscht sein, solange die weibliche Führungsspitze gscheit daherredet, in einem Nobelbezirk wohnt und bei jeder Gelegenheit eine Griechin als politisches “Argument” vorschickt, ihren Bundesrat mit Migrationshintergrund mundtot macht, und wenn das zuwenig ist, Fackeln gegen Rechts bereitstellt!
Weitere Artikel:


Brillant getroffen…
einige gut getroffene Punkte!
– made my day!)
(Gerade die Gleichberechtigung
dennoch möchte ich eines gerne mal von dir hören (denn so internetabhängig ist deine kritik nun auch wieder nicht): Welche Partei kann man nicht genau so aufmachen?
(Bei Straches FPÖ brauchen wir gar nicht anfangen, bei ihm findet man ja nicht mal echte und ernstzunehmende Argumente. Faymanns SPÖ, die hobbymäßig die Krone apportiert ist eine ebenso große Zielscheibe. Die ÖVP als Wirtschafts- und Bauernpartei in einem sollte auch keine Schwierigkeit darstellen. Über die Bienenzüchter und andere will ich gar kein Wort verlieren…)
Dass man momentan eigentlich gar keine Partei wählen kann, hatte ich schon woanders geschrieben.
Mich beschäftigen die Grünen einfach am meisten, ehrlich gesagt. Über Scheuch und/oder Kärnten habe ich zB. nicht vor, überhaupt einen Gedanken zu verschwenden. So gesehen, kannst du das als wohlwollende Kritik nehmen