Politically incorrect

Menschmaschine 2.0

2. September 2009 | Von Andy | Kategorie: Computer und Internet

Als einer, der Kulturveranstaltungen meidet wie die Pest (noch dazu auf so Kleinkunstbühnen wie dem Rabenhof), muss ich geradezu etwas darüber schreiben. Noch dazu, wo wir einen Leihwagen gemietet haben, um überhaupt hinzukommen.

Vorab: Die Idee und das “Konzept” der “Menschmaschine” ist toll, wenngleich doch noch sehr ausbaufähig.

Ich muss dazu sagen, dass wir zu viert waren, zwei von uns regelmässige Facebooker und zwei absolute Verweigerer. Der Anfang war schon recht gut, mit den Statistiken, das hat alle 4 angesprochen. Man muss sich unter den Verweigerern Menschen vorstellen, die von der Materie keinerlei Ahnung haben, aber doch interessiert waren. Den Text hier haben beide gelesen, die Erwartungshaltung war entsprechend. Dann, mitten in den Ausführungen vom Forcher wurde es grundlos turbulent, wobei das natürlich schon einen Grund hatte, denn die beiden anderen Moderatoren mussten ja schliesslich irgendetwas tun. Meines Erachtens hätte ein Eberhard Forcher alleine mehr gebracht als das Kaschperltheater da. Zu allem Überfluss hat auch die super Idee mit der Twitterwall in der ersten Halbzeit nicht wirklich funktioniert, und die Ausrede, dass Twitter schuld wäre, lasse ich nicht gelten, denn es war online alles im grünen Bereich, nur auf der Wall gabs immense Delays von bis zu 10 Minuten, viele Tweets kamen erst gar nicht an. Die dümmlichen Videoclips hätte man sich auch sparen können, denn die Tante, die mit ihren Titten eine Melone zerdeppert, kennt wohl jeder Hardcore-Onliner schon, und die Aussenseiter werden dadurch vom Internet nur noch mehr abgeschreckt. Die selbstproduzierten Clips dagegen waren lustig, da gings aber auch ums Thema des Abends. Einzelne Facebooker auf die Bühne zu holen, war eigentlich auch nicht schlecht – wie gesagt, das planlose herumkaspern war mehr als peinlich. Das und die streikende Technik haben dann dafür gesorgt, dass bei der Pause schon die meisten sauer waren.

Die zweite Halbzeit war schon besser, auf der Wall wurden die Tweets wirklich refreshed, bloss kamen fast nur mehr negative, was aber auch wurscht war, weils auf der Bühne eh nimmer registriert wurden. Ganz nett war auch die Band über Skype, notwendig wäre aber auch das nicht gewesen. Es sei denn, man hätte den Faden gesponnen, den Neulingen zeigen zu wollen, was Web 2.0 eigentlich alles so drauf hat, was aber gründlich versäumt wurde. Was mich ein wenig enttäuscht hat, ist die Tatsache, dass ich nicht einen meiner FB-Friends treffen konnte, die ich im RL nicht kenne, obwohl ich weiss, dass sie vor Ort waren. Auf jeder blöden Szene1-Discoparty bekommen die Leute Aufkleber mit ihren Nicks beim Eingang frisch ausgedruckt, und ja, das funktioniert, denn so verbindet man VR mit RL.

Kurzum, es hätte die beste Facebook-Party hierzulande werden können, die Österreich jemals gesehen hat, aus diversen dummen Gründen wurde nichts daraus, schade eigentlich. Jetzt gehts mir wie den Fussballfans, die nach einem verlorenen Ländermatch allesamt die besseren Nationaltrainer wären, aber wenn der Gröbchen die Sache lizensiert, würde ich es leicht verändert ganz gerne in Wels oder Linz neu aufführen, aber nur mit dem Forcher alleine auf der Bühne ;-)

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Ein Kommentar
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  1. [...] aussieht, ist diese auch noch öfter geplant. Ich hätte gerne noch mehr derartige Events, wie die Menschmaschine letztens und bestimmt noch die eine oder andere, von der ich gar nichts weiss. Aus dem einfachen Grund, weil [...]

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