Grüne wollen noch mehr Äpfel auf Pump
26. August 2009 | Von Andy | Kategorie: Politik
Die Grünen fordern die 35 Stunden Woche bei vollem Lohnausgleich bis 4000€ und stellen sich damit wiedermal selbst das Bein als ernstzunehmende Partei mit fundierten Rechenkenntnissen. 5 Stunden weniger sind 20 Stunden im Monat und somit 240 Stunden im Jahr netto, brutto, also mit 13+14ten Monatsgehalt 280. Der Arbeitgeber muss also 280 Stunden zuviel bezahlen, um dann auch noch unter Umständen jemanden einstellen zu müssen, der diese Stunden ausgleicht. Dass der Arbeitgeber ~560 Stunden bezahlen muss, ist den Grünen ja scheinbar wurscht. Das sind aber eh alles schon oft durchgekaute Dinge, die andere besser erklären können, aber noch nicht einmal das Powerduo im Schuldenmachen – Kreisky-Androsch – hätte sich das getraut, und damals war die Idee mit der Pensionspyramide sogar noch an den Wähler zu bringen. Ich verweise hier mal ausnahmsweise auf den Blog des Herrn Ortner zu diesem Thema. Was mich persönlich aber so ärgert an derartigem – man verzeihe mir das Wort – Schwachsinn, ist die Tatsache, dass gerade diejenigen, die ständig von der Wichtigkeit der Bildung reden, von Mathematik keine Ahnung haben. Noch nichtmal von den Grundrechenarten, die sie in der Volksschule hatten. Der Link zur Aussendung findet sich hier.
Teile einen Apfel in x (soundsoviele) Teile
Eine Volkswirtschaft hat ganz einfach nur das, was sie hat. Das ist nicht anders als beim persönlichen Besitz, nur dass eben alle zusammen gezählt werden. Die Summe des Besitzes und der Arbeitsleistung ist das Volk (der Apfel), nicht mehr und nicht weniger.Nichts gegen eine 35 Stunden Woche, aber dann gibts eben weniger Geld, dass dafür aber dann diejenigen verdienen, die die restlichen 5 Stunden arbeiten, so einfach ist das mit dem Teilen des Apfels. Ich schraube meine Ansprüche halt zurück, weil ich gerade keinen Gameboy kaufen will und überlasse die Arbeit jemandem, der noch keinen hat. So funktioniert das mit dem Apfel!
Dann kam Androsch
Dieser erklärte einmal der Welt, dass ein Staat nichts besseres tun könne, als Schulden zu machen (heut fällts ihm als Unternehmer selber auf den Kopf). Leider hält sich diese Weisheit bis heute, aber sie hält auch nur bis zum nächsten Krieg bzw bis zur nächsten Wirtschaftskrise. Soll heissen, wenn alle Staaten derart überschuldet sind, dass sie entweder einen Krieg anfangen oder jegliches Geld entwertet wird und neues gedruckt wird, also von vorne angefangen wird, sind Schulden positiv. Pech nur, dass es seit ungewohnt langer Zeit keinen Weltkrieg mehr gegeben hat, und dass die momentan zur Wirtschaftskrise hochgeschraubte Illusionsblase, die eben einfach geplatztist, nichts weiter ist als eine Bereinigung des Marktes, weil zuviel Menschen zuviel Geld verdient haben. Zugegeben, manche eben mehr als zuviel, aber das macht das Kraut auch nicht fett. Tatsache ist, siehe Autofirmen, dass einfach Autos produziert wurden, die keiner haben wollte, nur um den Betrieb aufrecht zu erhalten vulgo die Leute beschäftigen. In einer “Krise” aber kann man diese unnötigen Leute leichter loswerden. Bei der ganzen “35-Stunden-Woche” und der “Reichensteuer” Propaganda gehts im Grunde genommen um gar nichts ausser Wählerstimmen, um die Leute heischen, die das Prinzip des Apfelteilens entweder nie gelernt haben oder schon wieder vergessen haben. Man könnte ja fast meinen, wenn jemand erstmal in Wien angekommen ist, wird die Realität zur Matrix.
Zig-Milliarden vs. hunderte Millionen
Man kann es diesen Parlamentariern ja eigentlich gar nicht verübeln, denn die Summe, die das Skylink noch nicht zum echten Skandal werden liess, liegt ja an dem 13.76 Umrechnungskurs zum Schilling. Man mus sich das mal vorstellen, so ein depperter Anlegesteg für Flugzeuge kostet mehr als das ganze AKH-Wien damals! Ist ja aber eh wurscht, Geld besteht sowieso bloss aus Zahlenkolonnen auf irgendwlchen Rechnungen, aus denen der Steuerberater und das Fnanzamt dann wieder ein einfaches “OK” machen. Rechnungshof kümmert eh keinen, deren Gehälter sind eh auch bloss Makulatur. Und dann gehen wir 5 Stunden früher an den Badesee, den haben wir ja mit unseren Steuergeldern schliesslich auch bezahlt. Bei derartigem Gedankengut kommt mir das Kotzen.
Es geht auch anders
Die Koalition Schwarz/Grün in Oberösterreich hat in den letzten Jahren ökonomisch und ökologisch sehr erfolgreich gearbeitet, es war eine Art Experiment, aber es hat funktioniert, so sehr, dass die damals zweitplatzierte SPÖ jetzt um den vierten Platz kämpft.
Es ginge aber noch besser
Ich trete seit ewigen Zeiten für eine Flat-Tax ein, also in dem Sinne, dass jeder den gleichen Prozentsatz für seine Arbeit bekommt. Ob das jetzt 15% oder 20% sind, ist eigentlich egal, hauptsache, man weiss, wofür man arbeitet und Leistung wird belohnt, nicht der Neid. Ob ich jetzt einen Hunderter vom Nachbarn für Häuslbauen bekomme oder einen Superjob habe, oder beides mache – ich melde es der Behörde und mir bleibt der Rest auf alle Fälle. Dieses mein Anliegen zur Rettung der Finanzen wurde zumeist als Blödsinn abgetan, nicht fähig, genug Geld für soziale Anliegen usw. bereitzustellen, dabei wird der Apfel weder kleiner noch grösser
Dass ausgerechnet die Slowakei damit seit 5 Jahren super fährt, wusste ich bis heute gar nicht. Dass sie aber noch einen draufsetzt, lässt sogar mich staunen. Aber so etwas wirds in Österreich zu meinen Lebzeiten nicht mehr geben, es sei denn, der nächste Krieg kommt rechtzeitig!
Weitere Artikel:

Die Sache mit dem Apfel teilen ist ein Trugschlus, um nicht zu sagen eine Milchmädchenrechnung: Lump of labour fallacy
Diesem Trugschluss erliegen aber sowohl die meisten Befürworter als auch die Kritiker an der 35-Stundenwoche. In Frankreich wurde weder wie erhofft die Arbeitslosigkeit reduziert, noch ist die Wirtschaft wie befürchtet zusammengebrochen.
Die Franzosen erwirtschaften das gleiche, nur halt in weniger Zeit. Sie sind 17% produktiver als Österreicher pro Arbeitsstunde. (Nur Norweger und Luxemburger sind produktiver, aber die zählen nicht, weil Öl bzw. Steueroasenkleinstaat)
In der Praxis sind Arbeitszeiten doch eher Konvention. Und diese Arbeitszeit wird dann halt irgendwie mit Tätigkeiten gefüllt, von denen manche sinnvoll sind, andere überflüssig. Pausen sind auch nicht zu vergessen.
Manche Aufträge zahlen sich sowieso nicht aus, werden also nicht angenommen und in manchen Fällen werden neue Arbeitskräfte eingestellt und die Preise erhöht.
Ja, Dieter, die Vergleiche mit Frankreich kenne ich eh, und Norwegen wird ja auch gerne als Vorbild für Quotenfrauen und Bildung missbraucht, aber wie gesagt, es zählt nicht.
Und Milchmädchenrechnung wirds genau dann, wenn man davon ausgeht, dass der Apfel (man könnte auch Kuchen sagen) mehr hergibt, wenn man kleinere Stücke schneidet, die Konditoren aber gleich viel dafür verlangen….
Zu Andy und Dieter:
Ihr habt wohl beide recht, der Apfel (Käse, Kuchen, Spaghettiteller, sonst etwas…)
wird nicht größer und nach Forderung der 35 Stunden Woche wird bloß
die Arbeitsleistung des Einzelnen erhöht werden müssen.
Meine Überlegung zu diesem Thema ist folgende:
Eine Gesamtbilanz bleibt eine Gesamtbilanz und Leistung bleibt eben
Arbeit pro Zeiteinheit.
Spinnt man den Gedanken weiter ist Arbeit pro Zeiteinheit aber immer noch Kraft mal Geschwindigkeit.
Die Kraft eines jeden Arbeitnehmer kann man als Konstant annehmen,
das würde bei einer 35 Stunden Woche dann bedeuten, dass jeder Arbeitnehmer eben
schneller arbeiten müsste, um auf dieselbe Leistung wie bei einer 40 Stunden Woche
zu kommen.
Kaum eine Firma wird aber deshalb mehr Personal einstellen.
Interessant finde ich die Reihenfolge in Frau Schatz’ Artikel von der Forderung der 35 Stunden Woche
zum vollen Lohnausgleich mit einem Schwenker zur Überbelastung, welche im letzten
Absatz mMn. zum eigentlichen Kernthema des ganzen Artikels führt:
2008 wurden in Österreich 370 Millionen Überstunden geleistet, das würde 180.000 Vollzeit-Arbeitsplätzen entsprechen. Derzeit seien über 230.000 Menschen ohne Job. Gemäß einer Berechnung des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) würde bei der gesetzlichen Einführung der 35-Stunden-Woche in einem Schritt ein Anstieg der Beschäftigung um ca. 85.000 Personen (2,7 Prozent) und eine Reduktion der Arbeitslosenquote um 1,8 Prozent erzielt werden.
Das nenne ich eine Milchmädchenrechnung!
Man nehme alle geleisteten Überstunden und dividiere so lange bis sich Vollzeitarbeitsplätze
in ausreichender Menge ergeben. Wie hübsch.
Dann noch ein wenig relativieren, damit man nicht in Versuchung gerät die Vollzeitarbeitsplätze
von den Arbeitslosen zu subtrahieren. (Das wäre dann doch zu einfach…;-))
Es scheint, dass hier Arbeitsplätze in Hülle und Fülle konstruiert werden.
Natürlich stellt sich die Frage wofür die Menschen die Überstunden benötigt haben.
War bei allen Beteiligten das Grundgehalt denn hoch genug, oder wollten diejenigen
Menschen mit den Überstunden bloß die Existenz sichern?
Oder waren es Personen, die Überstunden leisten wollten, damit sie eben einen Zeitausgleich
hatten, um für ihre Kinder da zu sein, weil z.B. der Kindergarten o.ä. geschlossen hatte und sonst
niemand da ist?
Von einer infrastrukturellen Überlegung wird ohnehin abgesehen, denn wenn z.B. ein
Oberösterreicher Überstunden macht oder nicht macht, hat z.B. ein Kärntner noch lange keinen Job.
Ich bin wahrscheinlich zu dumm oder ungebildet um eine Lösung zu wissen,
jedoch glaube ich beurteilen zu können was die Lösung nicht ist…
Aber die Überlegung mit dem Flat-Tax hat wirklich etwas Reizvolles…