Stoppt Walser
2. Juni 2009 | Von Andy | Kategorie: PolitikIch verfolge jetzt schon seit geraumer Zeit den Blog von Dr. Harald Walser genauso wie andere Blogs, lese auch Zeitungen (im Internet, denn ich mag Print nicht mehr) und stelle fest, dass sich das Land selbst lähmt wegen so Kindergartengschichten wie die eines Politstreits zwischen zwei Narzissen wie Walser und Graf. Dieses Geplänkel interessiert weder irgendwen im restlichen Europa, noch wird ein Reissack in China deshalb umfallen, und so nebenbei macht es nur die Grünen unsympathisch, weil es (vor allem die weiblichen Grünen) geradezu penetrant übers Internet verbreiten. Ich kenne mittlerweile viele fähige Grüne, von der Basis bis zum Landesrat persönlich, die alle wählbar wären, ohne Frage. Derartige Leute kenne ich aber auch in anderen Parteien, bis in den Nationalrat. So nebenbei sollte ich dazu sagen, dass die meisten Politiker privat ganz anders rüberkommen als in den Medien oder gar im Wahlkampf. Grossteils kann man mit ihnen auch kontroverse Themen besprechen und es kommen ganz andere Argumente, als aus den offiziellen Stellungnahmen hervorginge, das ist scheinbar der Fluch des Klubzwangs. Jetzt stellt sich aber die Frage, wenn der Klubzwang in den Parteien selbst so konsequent durchgezogen wird, ob sich der Wähler das nicht auch automatisch nahelegen muss am Wahltag. Wenn ich das aber vor so einer wichtigen Wahl tue, komme ich nicht umhin, dass, wenn ich einen Hetzer, der gegen einen Hetzer hetzt, nicht wählen kann, durch den Klubzwang aber dazu gezwungen werde, auch die besten Kandidaten einer Partei dadurch unwählbar werden. Somit fallen also beide Parteien durch den Wahlrost, und die EU kann gar nichts dafür!
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Das Problem ist halt: irgendwie müssen sich Mandate berechnen lassen. Gäbe es ausschließlich Personenwahlrecht (ohne die Partei “automatisch” mitzuwählen), dann würde das gleichbedeutend sein mit “es gibt keine Parteien mehr”.
Das klingt auf den ersten Blick toll, ist aber auf den zweiten Blick weniger erstrebenswert.
Vor allem aber: die Partei bzw. den Personenkreis, der absolut fehlerfrei ist, den wird es schlicht nicht geben. Letztlich wählt man ja auch nicht ausschließlich Personen, sondern Weltanschauungen. Und ich persönlich finde es für durchaus ok, z.B. durch mein Wahlverhalten eine Grüne Welt zu unterstützen, auch wenn ich mit der oder dem einen oder anderen PolitikerIn der Partei nicht zufrieden bin.
Letztlich ist halt alles sehr kompliziert
Und vor allem anderen: Walser kannst bzw. brauchst Du am Sonntag eh nicht wählen …
Ich weiss, dass ich ihn am Sonntag nicht wählen muss oder kann. Das Problem und die Schlagzeile dieses Artikels kam mir bloss in den Sinn wegen der sogenannten “Elefantenrunde” heute im ORF. Ausser Türkeidebatten und Schlussworte zum Dr. Graf ist ausser respektlosem Durcheinanderplappern nichts rübergekommen. Wen also wählen? Ausser den beiden angeblich so rechten Parteien hat kein Kandidat den anderen Ausreden lassen, dafür wurden sie selbst ständig unterbrochen. Es wäre im Sinne der Vernunft besser, politische Gegner selbst in eine Falle laufen zu lassen als ihnen noch eine Plattform zu geben! Und genau das machen Aktionen wie die von Dr. Walser zunichte, da kann die Lunacek noch so gute Argumente haben, sie wird unglaubwürdig. Denn woher soll der Wähler wissen, ob derartiger Schwachsinn nicht dadurch auch nach Strassburg getragen wird?
@Christian Schreiter: In den USA werden nur Personen gewählt und niemals Parteien (Parteien sind eigentlich zunächst überhaupt nicht vorgesehen) – funktioniert auch. Trotzdem haben nach Ansicht mancher die Parteien dort immer noch zu viel Einfluss.
Und dass das ganze Graf-Theater eine FPÖ-Inszenierung ist, der alle (aber allen voran die Grünen) auf den Leim gegangen sind kann man gar nicht oft genug wiederholen. Wenn diese Anti-Graf-Helden auch nur eine Sekunde lang mal ihr Hirn eingeschaltet hätten, dann hätten sie damit bis nach der EU-Wahl gewartet.
Der “Walser-Blog” war anfänglich recht gut. Leider hat sich Hr. Dr. Walser im Laufe der Zeit zu einem
“Strache” der GRÜNEN entwickelt. Eigentlich schade.
MfG
Stauni
Siehe meinen Beitrag über das Interview unter dem Namen “Unter Linken”
Auch bei uns wird die Geschichte auf die paar Jahre reduziert, und das ist Blödsinn hoch Zehn!
Na geh – Geschichte aufs dritte Reich reduziert is aber schon auch Schmonzes.
Wir sind in der Schule nicht weiter gekommen als bis zum ersten Weltkrieg – inzwischen hat sich das zum Glück einigermaßen gelegt.
Wenn jemand sich nicht ausreichend vom damaligen System (Herrenmenschen/Untermenschen in Kurzfassung) distanzieren kann, dann passt das einfach nicht ins derzeitige System einer Demokratie. Graf macht das dauernd – unter- und oberschwellig. Dennoch ist er als Nationalratspräsident ein Repräsentant des demokratischen Systems – und das ist irgendwie pervers….
Für mich persönlich ist es auch wichtig, dass Jugendliche auch mitkriegen, was “hinter” Strache so alles steckt. Denn der coole Grinser auf den Plakaten verdeckt die “Ordnung/Sauberkeit/Disziplin”-Typen dahinter.
Im übrigen – wenn du mit Harald persönlich quatschen würdest, ich garantier dir, du hättest ein anderes Bild…
lg
Eli
Erstens braucht sich niemand distanzieren, der nicht dabei war, schliesslich brauche ich mich ja auch nicht vom Regime in China distanzieren, und zweitens befürchte ich, dass er, genau wie in seinem Blog, vermutlich bei jedem noch so entfernten Thema ständig wieder auf Graf zurückschwenken würde – und darauf kann ich gerne verzichten