Politically incorrect

Systemänderung dringendst nötig

25. April 2009 | Von Andy | Kategorie: Politik

Ok, der Titel ist eventuell zu hart für den gelernten Ösi, aber bewusst gewählt. Man hört(e) ja so einiges in den letzten 30 Jahren, geändert hat sich aber leider seit den 1970ern relativ wenig, also beschränke ich mich ganz kurz auf die letzten Monate:

Studienreform, Bildungsreform, Steuerreform, Integration, Wirtschaftskrise, Homoehe, Gleichstellung der Geschlechter, alles Dinge, die im Grunde schon Kreisky lösen hätte können, hätte er denn gewollt und gemusst. Als gelernter Ösi weiss man aber, dass dem nicht so war und seinen Nachfolgern auch nicht wirklich wichtig, egal, welcher Partei sie angehör(t)en. Stattdessen wird am ewig gestrigen System festgehalten, und da gibt es bei den wirklich wichtigen Themen keine parteiliche Ausnahme!

  • Es wird am Generationenvertrag festgehalten.
  • Es wird an der Mwst festgehalten (Ok, die Luxussteuer wurde wenigstens entfernt)
  • Es wird an der Steuerprogression festgehalten.
  • Es wird alle heiligen Zeiten von einer Vermögenssteuer gelabert.
  • Integration wird propagiert, aber nicht angegangen.
  • Homos werden nach wie vor diskreditiert, Jahr für Jahr vertröstet mit halbherzigen Versprechungen.
  • Die Gleichstellung der Geschlechter ist und bleibt ein halbwertiger Witz, sowohl in den Parteien als auch in der realen Welt (das ist jetzt nicht wertend zu sehen im Sinne eines Geschlechts)
  • Bildung wird eigentlich bloss herunterexperimentiert statt gefördert.
  • Studium schlechtgeredet.
  • Und zu guter letzt: Die Neidgenossenschaft wird am Leben gehalten!

Ich könnte jetzt noch fast ewig Punkte aufführen, die mir so einfallen, aber dann käme ich ja nicht weiter – und ich will ja nicht enden, wie alle bisherigen Regierungen dieser Republik, ohne alternative Vorschläge in den Raum gestellt zu haben!

Vorschlag:

Jeder darf arbeiten, was er will und wozu er Lust hat. Oder was ihm gerade einfällt, was gerade gefragt ist usw. und bezahlt dafür eine fixe Steuer. Ob die jetzt 10% beträgt oder 25%, ist erstmal nicht so wichtig, das kann man mit der Bevölkerungsstruktur ausrechnen. Auf Steuerhinterziehung stehen ähnliche Strafen wie bei Kindesmissbrauch – Schwarzgeld wäre eliminiert. Wenn man sich die angeblichen Horrorzahlen der Schwarzwirtschaft so ansieht, und das als gelernter Ösi auch glaubt, würde das einen enormen Konjunkturschub geben.

Ich gehe bei dem Modell nicht davon aus, dass die Mwst komplett abgeschafft wird, aber auf ein erträgliches Maß reduziert wird, denn eigentlich sehe ich die für den Konsumenten als Doppelbelastung, die nicht nötig wäre. Arbeitgeber sollten auch keine sogenannten “Sozialabgaben” bezahlen müssen, sondern einfach nur fähige Leute einstellen bei Bedarf und wenns nicht mehr geht – entlassen dürfen!

Der sogenannte “Reiche”, der dadurch profitiert, muss natürlich hierzulande versteuern, Schlupflöcher darf es nicht geben, also nix mit Firma oder Staatsbürgerschaft hier und Wohnsitz in Monaco (Grüsse an den Alex Wurz als Beispiel, ein nationaler Held). Auch Modelle wie Stiftungen sollten weg, jede Wertschöpfung soll im Land bleiben, aber mit einem fixen Steuersatz! Das würde viele Leute dazu animieren, der Neidgenossenschaft zu beweisen, das man alles erreichen kann. Ich wäre auch dafür, dass die Steuererklärungen, wie in den USA, öffentlich einsehbar sind, damit alle wissen, ob sie sicher unterwegs sind oder nicht – aber sie wären dann auch stolz darauf!

Soziale Leistungen sollten steuerlich absetzbar sein, wenn etwas schiefgeht, aber auch einklagbar sein. Soll heissen, dass ich nicht zufrieden bin, wenn mein Name am 24.12. bei Licht ins Dunkel mit einem “Danke” über den Screen rollt, sondern ich will Einsicht in die Akten, wohin mein Geld gegangen ist. Sollte also irgendjemand mit dem Geld Schindluber treiben, will ich, dass ich und das Finanzamt Regress fordern können, zumindest von den Gallionsfiguren der jeweiligen Kampagne. Dazu müsste man dem Bürger bloss eine gewisse prozentuale Möglichkeit bieten, bei der er sich aussuchen kann, WOFÜR er spendet – das wäre ehrlich sozial!

So nebenbei würden sich die arbeitsscheuen, oder auch die ideenlosen, selber disqualifizieren, denn wenn man sich nicht bei irgendeiner Organisation meldet als bedürftig, gilt man als arbeitsscheu und verdient keine Unterstützung, egal, welcher Nationalität.

Jetzt kommt als Reflex bestimmt der Aufschrei nach der Krankenkasse und Pensionskasse….

Keine Sorge, auch das lässt sich regeln! Wir haben hierzulande enorm viele sogenannte “Kassen”, die aber scheinbar eh ständig leer sind, vermutlich, weil es zuviele sind, oder weil sie in den falschen Händen sind, weil staatlich. In der Schweiz kann man sich seine Kasse aussuchen, egal, welchen Beruf man ausübt. Dadurch gibt es zwar so eine Art Konkurrenzkampf, aber doch staatlich kontrolliert und garantiert.

Das Thema Integration ist zwar etwas zweischneidig, aber doch auch lösbar dadurch. Jeder, der herkommt, soll auch offiziell arbeiten dürfen, solange es jemanden gibt, der ihm Arbeit gibt, und solange er den nötigen Steuersatz bezahlt, wenn er das nicht tut, ist der Arbeitgeber verantwortlich. Ausländer (ohne Arbeit), denen keine NGOs helfen oder helfen können, sollten abgeschoben werden oder gleich an der Grenze abgefangen werden. (NGOs sollten ihre Gelder über oben genannte abschreibbare Spenden beziehen). Umschulungen sollten auch über einen Teil der Fixsteuer bezahlt werden oder über die abschreibbaren Spenden.

Damit die Stimmen aufhören, nach Ausländern zu rufen, weil uns der Nachwuchs fehlt, plädiere ich schon seit Jahren für die Anerkennung des Berufes der (erziehenden) Mutter, weil ich weiss, dass das kein Honigschlecken so nebenbei ist! Mit Anerkennung meine ich ein Gehalt, das natürlich die Steuerbelastung senkt. Nicht einzahlen wie bisher und gnadenhalber durch die Behörden etwas zurück zu bekommen, sondern als Vorsteuer-Abschreibposten!

Die Frage nach der Altersversorgung steht jetzt natürlich noch im Raum:

Nun, ich glaube nicht, dass ich jemals eine bekommen werde vom Staat, wieso also glauben das andere? Ich bin jetzt 48, war einige Jahre davon selbständig und falle sowieso durch den angeblich so sozialen Rost, das macht mir aber wenig Kopfzerbrechen, weil ich von Kindheit an geschult wurde, nicht auf den “Staat” zu vertrauen. Meine Frau hat sich darauf verlassen, und ist verlassen – zumindest sieht es seit einiger Zeit danach aus, wie auch andere Beispiele in meinem Bekanntenkreis zeigen, was mich (und vor allem meine Mutter) nur bestätigt.

So, langsam gen Ende kommend, was hätte das zur Folge:

  • JEDER würde Steuern bezahlen.
  • Jeder wäre für seine Altersvorsorge selbst zuständig.
  • Jeder kann sich seine Versicherung selbst aussuchen.
  • Jeder hätte den Antrieb, etwas zu leisten.
  • Kammern wären unnötig.
  • Unzählige Beamte wären unnötig (wusste jemand, dass wir zZ. mehr Beamte haben als in der KuK-Monarchie?)
  • Der Neid wäre weg.

Aja, und bevor ich jetzt noch die Homos vergesse: DAS SIND MENSCHEN WIE DU UND ICH!

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2 Kommentare
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  1. Ihre Fiktion wäre wünschenswert, wird jedoch nie realisiert werden. Protektionisten, Zivilversager, Günstlinge udgl., werden dies zu verhindern wissen.
    Bevor Ihr Wunsch zur Realität mutieren würde , hätten Sie eher jede Woche einen Lotto 6er , soferne Sie Lotto spielen.
    MfG
    Stauni

  2. Dass das im konservativ sozialistischen Österreich (Stichwort: “Der Staat wirds schon richten!”) nicht so leicht umzusetzen ist, ist mir klar, zumindest nicht auf einmal – es sei denn, wir bekämen wieder einen mutigen Kaiser. Verteilt auf der ganzen Welt gibt es aber das eine oder andere davon schon, mein Problem dabei liegt eher darin, dass ich einen Schmöker wie “Das Kapital” schreiben müsste, um auch wirklich alle Facetten dieser Fiktion darzulegen – samt aller Vor- und Nachteile. Das Problem der Österreicher ist aber (zum Vorteil der Politiker), dass stets nur Miniprobleme gesehen und angegangen werden, niemals aber eine Gesamtsituation…..

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