Frauen und Gehälter
10. März 2009 | Von Andy | Kategorie: Politik
Immer wieder werden Zahlen und Statistiken hin- und hergeworfen bezüglich der Gleich- oder Ungleichbehandlung der Geschlechter, was ihre Entlohnung im Beruf betrifft. Bei der Kampfansage, dass Frauen bei gleicher Arbeit weniger Lohn erhalten, wird reflexartig darauf verwiesen, dass Frauen mehr Teilzeitjobs in Anspruch nehmen und deshalb den Schnitt drücken. Retour kommt dann stets, das das nicht stimme, sondern es wäre der gleiche Lohn bei gleicher Arbeit gefordert. Gut, dann müsste man hergehen, und zum Beispiel den Stundenlohn (Anfangsgehalt) einer Putzfrau mit der eines Putzmannes vergleichen. Das gleiche dann bei Ärzten, Schuhverkäufern, Fabrikmitarbeitern, Friseuren, Pflegepersonal, Soldaten, Beamten, Handelsvertretern (Grundgehalt ohne Provisionen) und natürlich alle anderen Branchen mit einbeziehen. Gibt es dazu überhaupt seriöse Quellen oder wird hier nach dem alten Muster agiert: “Glaube nie einer Statistik, die du nicht selbst manipuliert hast!”
Sollte es solche Zahlen wirklich geben, was ich bezweifle, und es wäre da wirklich eine Differenz, dann bestünde Handlungsbedarf, allerdings nicht, ohne die Gründe dafür zu durchleuchten, und wenn es bestimmte Branchen betrifft, das ganze nicht in der Öffentlichkeit zu missbrauchen, indem man die ganze Wirtschaft in Sippenhaftung nimmt. Das wäre einmal ein Anfang, bei der jeweiligen Weiterentwicklung im Beruf sind nämlich die Dinge nicht mehr so klar und undifferenziert zu vergleichen, denn es gibt unzählige Wege, wie sich der einzelne weiterbilden kann (oder eben nicht) und welche Qualifikation Er/Sie mit 25, 30, 35 oder 40 aufzuweisen hat.
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Es wird sich auch niemand die Mühe machen, Äpfel mit Äpfeln zu vergleichen – ist wohl zu mühsam. Apfel mit Birnen hat zudem noch den Vorteil, dass man sich das Ergebnis noch besser in alle gewünschten Richtungen hinbiegen kann.
Außerdem bräuchte man eigentlich gar nicht langwierig vergleichen. KIarheit könnte man sich auch so ganz einfach und ohne viel Mühe verschaffen. Arbeitnehmer werden gewöhnlich nach dem Kollektivvertrag bezahlt und in den Gehaltstabellen dort wird meines Wissens kein Unterschied zwischen Männlein und Weiblein gemacht. Man müsste eingentlich nur schauen, welche Unternehmen den Kollektivvertrag nicht einhalten. Recht viele werden das allerdings eher nicht sein.
Natürlich wird eingewandt, dass die Unterschiede ja dort sein würden, wo über den Kollektivvertrag bezahlt wird. Ich würde aber meinen, dass man die “0,5%”, die wirklich noch mehr bezahlt bekommen, als der Kollektivvertrag vorgibt, getrost vernachlässigen kann…
Dazu kommt vermutlich auch noch, dass die Medien daran gar kein Interesse hätten, weil sie dadurch weit weniger Schlagzeilen geliefert bekämen.
Tja und in Germanien haben nicht mal Männer und Männer das gleiche Gehalt bei gleicher Arbeit. Siehe Zeitarbeit z.B. bei Automobilherstellern. (Ach ne die sind ja mittlerweile alle entlassen worden). Das Problem ist doch das solche tollen Untersuchungen völlig realitätsfremd sind.